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Ratgeber

Cannabis Blütephase: Ablauf, Pflege und Tipps für maximale Ernte

Von Redaktion Hanfportal 24 Aktualisiert: 9 Min. Lesezeit Fortgeschritten

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Cannabis Blütephase: Ablauf, Pflege und Tipps für maximale Ernte

Kurz & Knapp

Die Blütephase ist die Phase, in der deine Cannabispflanze Blüten (Buds) produziert. Bei photoperiodischen Sorten wird die Blüte durch den Lichtwechsel auf 12 Stunden Licht / 12 Stunden Dunkelheit ausgelöst.

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Auf einen Blick

Alles Wichtige zum Thema cannabis bluetephase erfaehrst du in diesem Artikel. Alles Wichtige zum Thema cannabis blütephase erfährst du in diesem Artikel. - Ausloser: Lichtwechsel von 18/6 auf 12/12 (Indoor). Outdoor: natürlich ab Juli/August

  • Dauer: 6-10 Wochen (sortenabhängig)
  • Stretch: 50-100% Höenzuwachs in den ersten 2-3 Wochen
  • Düngung: P/K-betont (Phosphor und Kalium)
  • Luftfeuchtigkeit: Schrittweise senken auf 35-45%
  • Erntereife: Trichome milchig-weiß bis 20-30% bernstein

Was passiert in der Blütephase?

Die Blütephase ist die Phase, in der deine Cannabispflanze Blüten (Buds) produziert. Bei photoperiodischen Sorten wird die Blüte durch den Lichtwechsel auf 12 Stunden Licht / 12 Stunden Dunkelheit ausgelöst. Die Pflanze "denkt", der Herbst kommt, und beginnt sich fortzupflanzen.

Bei Autoflower-Sorten startet die Blüte automatisch nach 3-5 Wochen, unabhängig vom Lichtzyklus.

Die Blütephase lässt sich in drei Abschnitte unterteilen:

  1. Stretch-Phase (Woche 1-3): Starkes Höhenwachstum, erste Blütenansätze
  2. Blütenentwicklung (Woche 3-6): Buds formen sich und wachsen
  3. Reifung (Woche 6-10): Buds verdichten sich, Trichome reifen, Aroma entwickelt sich

Die Blüte einleiten: Der Lichtwechsel

Indoor: Von 18/6 auf 12/12

Der Lichtwechsel ist der wichtigste Moment im Indoor-Grow. Stelle deine Zeitschaltuhr von 18/6 auf 12/12 um.

Wann umstellen?

  • Wenn die Pflanze ca. 50% der gewünschten Endhöhe erreicht hat (sie wächst im Stretch nochmal 50-100% weiter)
  • Mindestens nach 4 Wochen Vegetationsphase
  • Bei Platzproblemen: Früh umstellen (die Pflanze bleibt kompakter)

Absolute Regel: Die Dunkelphase muss ABSOLUT dunkel sein. Kein Licht, keine LEDs, kein Türspalt. Schon kurze Lichtunterbrechungen können:

  • Die Blüte verzögern
  • Zwitter (Hermaphroditen) verursachen
  • Die Pflanze zurück in die Vegetationsphase treiben

Outdoor: Natürlicher Lichtwechsel

Im Freiland beginnt die Blüte, wenn die Tage kürzer werden -- typischerweise ab Ende Juli / Anfang August in Deutschland. Du musst nichts aktiv tun.


Phase 1: Der Stretch (Woche 1-3)

In den ersten 2-3 Wochen nach dem Lichtwechsel passiert etwas Überraschendes: Die Pflanze wächst nochmal massiv in die Höhe. Dieses Phänomen heißt "Stretch" oder "Flowering Stretch".

Was zu erwarten ist

  • Indica-dominante Sorten: 25-50% Höhenzuwachs
  • Sativa-dominante Sorten: 50-100% Höhenzuwachs (oder mehr)
  • Autoflower: Moderater Stretch, meist 25-50%

Was du tun solltest

  • Lampenhöhe anpassen -- damit die Pflanze nicht zu nah an die LED wächst (Light Burn)
  • Letztes Training -- LST (Low Stress Training) und leichtes Biegen sind in der ersten Stretch-Woche noch möglich. Ab Woche 2-3: Hände weg.
  • Düngung: Noch Wachstumsdünger verwenden (die Pflanze baut Biomasse auf), aber ab Ende Woche 2 auf Blütendünger umstellen

Phase 2: Blütenentwicklung (Woche 3-6)

Jetzt wird es spannend. Die Pflanze hat aufgehört zu wachsen und steckt ihre gesamte Energie in die Blütenproduktion.

Was du siehst

  • weiße Härchen (Pistillen): Kleine weiße Fäden erscheinen an den Knotenpunkten und Triebspitzen. Das sind die weiblichen Blütenorgane.
  • Kelche bilden sich: Kleine, tropfenförmige Kapseln an den Blütenständen
  • Buds formen sich: Die Kelche und Pistillen verdichten sich zu Blütentrauben
  • Geruch nimmt zu: Trichome beginnen, Terpene zu produzieren -- der typische Cannabis-Geruch wird deutlich

Pflege in der Blütenentwicklung

Aspekt Maßnahme
Düngung Blütendünger (P/K-betont, NPK ca. 1-3-3)
Luftfeuchtigkeit 45-55% (schrittweise senken)
Temperatur 20-26 °C
Bewässerung Regelmässig, nicht überwässern
Training KEIN Training mehr -- Äste sind jetzt empfindlich
Defoliation Nur grosse Fächer-Blätter entfernen, die Licht blockieren

Phase 3: Reifung (Woche 6-10)

Die letzten Wochen entscheiden über Qualität, Potenz und Geschmack deiner Ernte.

Was passiert

  • Buds verdichten sich: Die Blüten werden fester und schwerer
  • Pistillen verfärben sich: Von weiß zu orange, rot oder braun
  • Trichome reifen: Von klar zu milchig-weiß zu bernsteinfarben
  • Blätter verfärben sich: Einzelne Blätter werden gelb -- das ist normal (die Pflanze verbraucht gespeicherte Nährstoffe)
  • Geruch erreicht Maximum: Aktivkohlefilter ist jetzt unverzichtbar

Luftfeuchtigkeit senken

In den letzten 2-3 Wochen ist es entscheidend, die Luftfeuchtigkeit auf 35-45% zu senken. Dichte Buds mit zu viel Feuchtigkeit = Knospenfäule (Botrytis). Das ist der häufigste Erntekiller in der späten Blüte.

PK-Booster

Viele Grower verwenden in Woche 4-6 einen PK-Booster (reines Phosphor-Kalium-Supplement) für dichtere, schwerere Blüten. Dosierung: Herstellerangabe beachten, eher konservativ dosieren.

Flush (letzte 1-2 Wochen)

Die letzten 7-14 Tage vor der Ernte gießt du nur noch mit reinem, pH-korrektem Wasser. Die Pflanze verbraucht die restlichen Nährstoffe in den Blättern -- das soll den Geschmack verbessern und einen "saubereren" Rauch ergeben.


Trichome lesen: Den perfekten Erntezeitpunkt bestimmen

Trichome sind die kleinen, kristallartigen Harzdrüsen auf den Blüten. Sie enthalten Cannabinoide (THC, CBD) und Terpene. Ihre Farbe verrät den Reifegrad:

Trichom-Farbe Bedeutung Wirkung
Klar/durchsichtig Unreif -- noch warten Noch wenig THC
Milchig-weiß Peak-THC, Erntereif Energetisch, cerebral
Bernsteinfarben THC beginnt zu CBN abzubauen Körperlastiger, sedierend

Der Sweet Spot

Die meisten Grower ernten, wenn:

  • 70-80% der Trichome milchig-weiß sind
  • 10-20% beginnen, bernsteinfarben zu werden
  • Kaum noch klare Trichome vorhanden sind

Werkzeug: Du brauchst eine Juwelier-Lupe (30x-60x) oder ein USB-Mikroskop (20-30 EUR). Mit blossem Auge sind Trichome nicht zuverlä ssig beurteilbar.

Pistillen als Zusatzindikator

Pistillen (weiße Härchen) sind weniger zuverlässig als Trichome, aber ein nützlicher Zusatzindikator:

  • Frühe Blüte: 90-100% weiß
  • Mitte Blüte: 50% weiß, 50% orange/braun
  • Erntereif: 70-80% orange/braun

Wichtig: Pistillen allein genügen NICHT für die Ernteentscheidung. Immer Trichome prüfen.

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Häufige Probleme in der Blütephase

Zwitter (Hermaphroditen)

Durch Stress (Lichtlecks, Hitzestress, Überdüngung) kann die Pflanze männliche Pollenstäbe (Bananas) an weiblichen Blüten bilden. Konsequenz: Die Pflanze bestäbt sich selbst, Blüten bilden Samen.

Vorbeugung: Stabile Umgebung, keine Lichtlecks, kein extremer Stress.

Knospenfäule (Botrytis)

Grauer Schimmel in dichten Blüten. Tritt bei hoher Luftfeuchtigkeit (über 60%) und schlechter Luftzirkulation auf.

Vorbeugung: Luftfeuchtigkeit unter 50% halten, gute Belüftung, dichte Buds regelmässig prüfen.

Nährstoffbrand in der Blüte

Braune Blattspitzen durch Überdüngung. In der Blüte ist die Pflanze empfindlicher.

Lösung: Dünger reduzieren, einmal mit reinem Wasser durchspülen.


FAQ

Wie lange dauert die Blütephase bei Cannabis?

Die Blütephase dauert je nach Sorte etwa 6 bis 10 Wochen. Indica-dominante Sorten blühen typischerweise schneller (rund 6 bis 8 Wochen), während sativa-dominante Sorten mit ihrem zerebraleren Profil länger brauchen, oft 8 bis 12 Wochen. Autoflower folgen einem eigenen Rhythmus: Ihre gesamte Lebensdauer vom Samen bis zur Ernte liegt bei etwa 8 bis 10 Wochen, wovon die reine Blütephase ungefähr 5 bis 7 Wochen ausmacht. Die Angabe des Züchters ist ein guter Richtwert, der tatsächliche Erntezeitpunkt richtet sich aber nach der Reife der Trichome, nicht nach dem Kalender. Licht, Sorte und Pflege beeinflussen die Dauer zusätzlich.

Wann soll ich von 18/6 auf 12/12 umstellen?

Bei photoperiodischen Sorten leitest du die Blüte ein, indem du den Lichtzyklus von 18 Stunden Licht auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit (12/12) umstellst. Ein guter Zeitpunkt ist, wenn die Pflanze etwa 50 Prozent ihrer gewünschten Endhöhe erreicht hat. Der Grund: In den ersten ein bis drei Wochen nach der Umstellung wächst die Pflanze im sogenannten Stretch noch einmal deutlich weiter, oft um 50 bis 100 Prozent. Wer wenig Platz im Zelt hat, sollte daher eher früh umstellen, um Höhe zu sparen. Autoflower brauchen keine Umstellung, da sie unabhängig vom Lichtzyklus von selbst in die Blüte gehen.

Darf man Cannabis in der Blütephase noch beschneiden?

Vorsichtig ja, aggressiv nein. In der Blüte ist nur noch ein leichtes Entfernen einzelner großer Fächerblätter sinnvoll – die sogenannte Defoliation –, um mehr Licht an die unteren Blütenansätze zu lassen und die Luftzirkulation zu verbessern. Stärkere Eingriffe wie Topping oder kräftiges Training solltest du dagegen unterlassen, weil sie der Pflanze in dieser sensiblen Phase zu viel Stress zufügen und damit Ertrag und Qualität kosten können. Die eigentliche Formung der Pflanze gehört in die Wachstumsphase. Wenn du in der Blüte überhaupt eingreifst, dann sparsam, gezielt und nur bei gesunden, kräftigen Pflanzen. Im Zweifel gilt: weniger ist mehr.

Warum werden die Blätter in der Blüte gelb?

In der späten Blüte ist ein gewisses Vergilben der Blätter völlig normal und sogar erwünscht: Die Pflanze zieht in dieser Phase Nährstoffe aus den großen Fächerblättern ab und verlagert sie in die heranreifenden Blüten, weshalb die Blätter von unten her gelb werden und schließlich absterben. Anders sieht es aus, wenn die Blätter bereits in der frühen Blüte oder sehr plötzlich vergilben – das deutet eher auf ein Problem hin. Dann lohnt es sich, mögliche Ursachen zu prüfen: einen falschen pH-Wert (der die Nährstoffaufnahme blockiert), einen Stickstoffmangel oder Überwässerung mit Staunässe. Spätes, langsames Vergilben ist also gut, frühes ein Warnsignal.

Wie erkenne ich männliche Pflanzen oder Zwitter?

Männliche Pflanzen erkennst du an kleinen, kugel- oder keulenförmigen Pollensäcken, die sich in den Astgabeln bilden – im Gegensatz zu den weiblichen Pflanzen, die feine, weiße Härchen (Pistillen) ausbilden. Da nur die unbefruchteten weiblichen Pflanzen die begehrten Blüten produzieren, sollten männliche Pflanzen frühzeitig erkannt und entfernt werden, bevor sie Pollen freisetzen und die weiblichen Pflanzen bestäuben. Zwitter (Hermaphroditen) sind besonders tückisch, weil sie beides tragen: weibliche Blüten und zugleich männliche Pollensäcke, oft als bananenförmige Gebilde („Bananas“) sichtbar. Kontrolliere deine Pflanzen daher regelmäßig, vor allem zu Beginn der Blüte, und entferne männliche oder zwittrige Pflanzenteile sofort.

Quellen

  • Jorge Cervantes: Cannabis Encyclopedia (2015)
  • Ed Rosenthal: Marijuana Grower's Handbook (2010)
  • Grow Weed Easy: Cannabis Flowering Stage Guide (2024)
  • Leafly: How to Grow Cannabis -- Flowering Stage (2024)

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RH

Autor bei Cannabis News 24. Alle Inhalte werden redaktionell geprüft und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

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